Robert Silverberg

Der alte Mann

Der alte Mann kam die Rampe des Raumschiffes herab. Er blieb am Rand des Landefeldes stehen und ließ seinen Blick umherschweifen. Es tat gut, die Erde wiederzusehen. In einem Viertel seiner Lebenszeit hatte er die Erde nur auf kurze Zeit, jeweils zwischen zwei Raumflügen, gesehen.

So stand er, eine Hand auf das kalte Metall des Geländers gestützt, und blickte auf das Feld hinaus. Ein Nachtflug von Callisto lag hinter ihm, und das Landefeld war hell erleuchtet. Funkelnde Natriumlampen und blitzende Leitstrahlen wiesen landenden Piloten den Weg. Diese grelle Helligkeit war notwendig, denn die Landung eines Raumschiffes erfolgte in Sekundenbruchteilen und setzte höllisch gute Reflexe voraus. Der alte Mann blickte auf seine Hände, die nie zitterten, und er lächelte stolz. Dann griff er nach seinem kleinen Koffer und schickte sich an, das Feld zu überqueren.

Er hatte gerade vier Schritte getan, als eine grau gekleidete Gestalt seinen Weg kreuzte. Der Mann blieb stehen und grinste.

»Hallo, Carter«, sagte er.

»Hallo«, erwiderte der alte Mann freundlich, aber sein Gesicht verriet, daß er den andern nicht wiedererkannte.

»Ich bin Selwyn — Jim Selwyn. Erinnern Sie sich jetzt?«

Ein Lächeln flog über das gebräunte, noch von der Anstrengung des Fluges gezeichnete Gesicht des alten Mannes. »Sicher erinnere ich mich, Leutnant.«

»Ich bin keiner mehr«, sagte Selwyn. »Ich bin abgelöst worden.«

»Oh«, sagte der alte Mann.

Er erinnerte sich an die weit zurückliegenden Tage seiner Ausbildungszeit. Leutnant James Selwyn, damals einer der führenden Köpfe der Weltraumüberwachung, hatte der Akademie einen Besuch abgestattet, um zu den neuen Rekruten zu sprechen, unter denen sich auch der alte Mann befand. Leichte Röte stieg in das Gesicht des alten Mannes, als schämte er sich der Bewunderung, die er damals für Selwyn empfunden hatte.



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